Die Pandemie-Einschränkungen sorgen für viel Veränderung. Auch in der Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating. Gottesdienste fallen alle aus, Konfirmation und Konzerte sind verlegt, das Gemeindefest findet nicht statt. Wir sind trotzdem für Sie da, wir haben geöffnet. Hier auf der Webseite genau wie im Kirchenbüro.

Und statt eines Gottesdienstes finden Sie hier für den Sonntag und die ganze kommende Woche vom 22. bis 28. März 2020 ein Geistliches Wort. Diesmal zu Psalm 37, 3-7.

Von Pastor Jörg Reglinski

„Hoffe auf den Herrn und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich. Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. 

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.“

Plötzlich ist alles anders und das Leben läuft auf Um- oder sogar Abwegen. Nichts scheint mehr geordnet, nichts mehr woran ich mich festhalten kann. Flüge, Veranstaltungen, Schule, Urlaub, Freizeitaktivitäten, Shoppen gehen, Restaurants, Existenzgrundlage, Kirche und … alles abgesagt. Und das Leben? Und die Hoffnung? Auch abgesagt? – niemals.

Da hilft kein Fragen: warum? Und kein sich ärgern: da hätte man doch!

Neues Altes ist angesagt. Denn die Werte, die uns Menschen immer trugen, tragen auch heute: Familie, Glaube, Liebe, Hoffnung, Zusammenhalt – Solidarität oder besser gesagt: Nächstenliebe: Bleibe im Lande, bleibe zu Hause, damit das Leben bleiben kann, dein Leben und das Leben der anderen. Tu nur nötige Schritte.

Ich nehme wahr, es ist gut, dass ich meinen Lebenssinn nicht mehr im Konsumrausch, Partyrausch oder anderen Freizeitstress suchen muss, sondern im Kern allen menschlichen Seins – dem Leben an sich. Ich fühle mich nicht reduziert, sondern bereichert, weiß zu schätzen, was ich (noch) haben darf. Das wird mir besonders deutlich, wenn ich auf die Nähe zu meiner Familie und mir naher Menschen schaue. Wenn ich in der Intensität eines guten (oftmals jetzt längeren) Telefonates mit meinem Vater oder Bruder, einem Gemeindeglied, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Mitgliedern des KGR etc. eine andere Nähe spüre und sie mir noch wichtiger ist.

Und eines wächst noch mehr in mir, die Sehnsucht nach Gott. Der fehlende Gottesdienst macht es vielleicht. Doch gleichzeitig ist da auch dieses tiefe Vertrauen, dass er da ist und mich trägt durch all das Abgesagte und all das Angesagte, durch alle Krisen, wie durch all die guten Zeiten, die in meinem Leben stets überwiegten.

Zur Zeit höre ich öfter und oft laut, allem zum Trotz, das Lied „Sowieso“ von Mark Forster:

„Ey stranges, kleines Leben
Verläuft auf Seitenwegen
Ich such‘ die Mitte, doch mein Glück liegt meist daneben
So selten Flugrakete, bin mehr so Zugverspätung
Doch die Ernte kommt immer man, es ist gut gesät und
Ich hab kein Stress mit warten
Geh‘ auch durch schlechte Phasen
Ich bin geduldig und nehme zum Schluss die besten Karten
Und fällt der Jenga Turm, egal gib‘ mir Verlängerung
Halt neuer Plan dann, denn Leben ist Veränderung

Egal was kommt, es wird gut, sowieso
Immer geht ’ne neue Tür auf, irgendwo
Auch wenn’s grad nicht so läuft, wie gewohnt
Egal, es wird gut, sowieso

Verrückte, bunte Reise
Mal Tinnitus und mal leise
Der Beat selbst wächst, vom Steuerrad-Rumgereiße
So selten fitte Planung, bin mehr so dritte Mahnung
Doch immer sicher im Gemetzel, dank der schicken Tarnung
Ich schätze Wegbegleiter, auch wenn alles seine Zeit hat
Mal elf Freunde, dann doch One-on-One Karatefighter
Und steigt der Sendeturm bleibt immer die Erinnerung
Halt neuer Plan, dann den Blick nach vorn, Stück Linderung

Egal was kommt, es wird gut, sowieso …“

Dieses Lied sagt mir nicht einfach „Kopf hoch, das wird schon wieder“. Es lässt mich darauf schauen, was bleibt, wenn vieles fehlt. Es hilft mir, aufmerksam das Gute wahrzunehmen auf meinem Weg. So wie es auch Jesus tat auf seinem schweren Lebensweg von der Krippe ans Kreuz.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.

Denn wir haben eine Hoffnung, die Stand hält, auch in den tiefsten Tälern unseres Lebens, eine Hoffnung, die auch über den Tod hinaus trägt.
Egal was kommt, es wird gut, sowieso, weil unsere Wege unter Gottes Segen zu ihm führen.

Zum Licht des neuen Tages

Ich lege an die Kraft des Himmels,
das Licht der aufgehenden Sonne, die Strahlen des bleichen Mondes,
den Glanz des Feuers, die Beständigkeit der Erde, die Härte eines Steines.
Ich lege an
Gottes Kraft als mein Steuer,
Gottes Macht als meine Stütze,
Gottes Weisheit als meinen Weg,
Gottes Auge als mein Sehen,
Gottes Ohr als mein Hören,
Gottes Wort als meine Sprache,
Gottes Hand als meinen Schutz,
Gottes Weg als meine Zukunft.
Ich lege an die Kraft des Herrn,
bekenne ihn, der mich schuf,
als meinen Gott.
(Irisches Segensgebet)

Gott befohlen

Ihr Pastor Jörg Reglinski

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